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Kartenworte

Wie wir schreiben

Woher die Texte kommen, was wir nicht benutzen, und was unsere Prüfung nicht kann.

Alles hier ist selbst geschrieben

Auf dieser Seite stehen 312 Texte auf 15 Themenseiten. 312 davon wurden für diese Seite geschrieben. Kein einziger ist ein Zitat, und unter keinem steht ein fremder Name.

Das ist ungewöhnlich für diese Art von Website und es hat einen Preis, den man sehen kann: Es gibt hier deutlich weniger Texte als bei den meisten anderen. Wir haben nachgezählt, was die Suchergebnisse auf Seite eins versprechen — über fünfzehn Suchbegriffe hinweg im Mittel fünfundsechzig Sprüche pro Seite, mehrfach über hundert, einmal sechshundertzwanzig. Hier sind es zwanzig pro Seite.

Warum keine Zitate

Der deutschsprachige Spruch-Markt läuft zu großen Teilen über zugeschriebene Zitate: ein Satz, ein berühmter Name darunter, fertig. Damit sind drei Probleme verbunden, und alle drei sind gut belegt.

Erstens ist ein erheblicher Teil dieser Zuschreibungen schlicht falsch. Sätze kursieren jahrzehntelang unter Namen, die sie nie geschrieben haben, und werden von einer Sammlung in die nächste kopiert, ohne dass jemand eine Quelle angibt.

Zweitens ist ein Text, dessen Urheber weniger als siebzig Jahre tot ist, in Deutschland geschützt (§ 64 UrhG; die Frist läuft nach § 69 UrhG ab dem Ende des Todesjahres). Wer ihn abdruckt, tut das mit Erlaubnis oder ohne.

Drittens — und das übersehen selbst sorgfältige Sammlungen — ist bei übersetzten Texten nicht das Original maßgeblich, sondern die deutsche Fassung. Eine Übersetzung ist ein eigenes Werk mit eigenem Urheber. Das betrifft besonders die Bibel: Die Luther-Fassung und die Einheitsübersetzung sind geschützte Werke mit lebenden Rechteinhabern, ganz gleich wie alt der Ursprungstext ist. Deshalb steht auf unseren Seiten zu Taufe, Konfirmation und Kommunion kein einziger Bibelvers.

Was wir ausdrücklich nicht benutzt haben

«Wir haben nicht abgeschrieben» ist nur dann eine überprüfbare Aussage, wenn man sagt, wovon. Diese Quellen wurden für den Aufbau dieser Sammlung nicht gelesen, nicht durchsucht, nicht ausgewertet und nicht umformuliert:

  • aphorismen.de
  • zitate.de
  • gutezitate.com
  • spruecheportal-type sites
  • card-retailer blogs (myposter, kartenmacherei, kartenliebe, meinfoto, carinokarten)
  • Pinterest boards
  • printed Sprüche/Taufsprüche/Trauersprüche collections (an editor holds rights in the wording)

Der letzte Punkt ist der, den man am ehesten übersieht: «Das ist doch Volksgut» ist keine Lizenz. Ein Vierzeiler aus einem Taufsprüche-Heft von 1998 ist der Text der Person, die dieses Heft gemacht hat. Wo wir eine überlieferte Form wollten, haben wir einen neuen Text in dieser Form geschrieben.

Wie das überprüft wird

Jeder einzelne Text ist in einer mitgeführten Liste eingetragen, zusammen mit seiner Form, seinem Ton, dem Datum und einer Prüfsumme über den Wortlaut. Beim Bauen der Website wird dreierlei verglichen: die Textsammlung, diese Liste und die tatsächlich ausgelieferte Seite. Weichen sie voneinander ab, wird die Seite nicht gebaut. Praktisch heißt das: Ein Text kann sich nicht ändern, ohne dass die Änderung in derselben Überarbeitung sichtbar wird.

Zusätzlich läuft eine Wortprüfung über die Texte und über unsere eigenen erklärenden Absätze. Sie sucht nach Begriffen, deren heutige deutsche Hauptbedeutung eine Beleidigung entlang der Merkmale des § 1 AGG ist. Grobe Sprache prüft sie nicht: Das wäre ein Höflichkeitsfilter und nicht das, worum es geht.

Was diese Prüfung nicht kann

Sie kann nicht sehen, ob ein Text gut ist. Sie kann nicht sehen, ob ein Text auf einer Trauerkarte verletzt, obwohl er kein einziges auffälliges Wort enthält — und genau dieser Fall ist der wahrscheinlichste. Sie kann nicht sehen, ob ein Witz auf Kosten von jemandem geht, der nicht im Wörterbuch steht.

Diese Hälfte hat keine maschinelle Kontrolle, und wir behaupten nicht, dass sie eine hätte. Was es dafür gibt, ist eine ausgeschriebene Regel pro Seite — auf der Trauer-Seite steht sie im ersten Absatz, auf der Seite mit den lustigen Sprüchen steht sie mitsamt der Liste dessen, was weggelassen wurde — und ein Mensch, der die Sammlung vor der Veröffentlichung vollständig gelesen hat.

Dürfen Sie die Texte verwenden?

Ja, und dafür sind sie da. Schreiben Sie sie in eine Karte, in eine Nachricht, in eine Traueranzeige, in ein Gästebuch oder in ein Fotoalbum. Sie müssen uns nicht nennen und nicht fragen. Was nicht in Ordnung wäre, ist die Übernahme der ganzen Sammlung auf eine andere Website — dann wäre es genau das, was wir hier nicht tun.

Wenn Sie einen Text ändern, ist das gut. Ein Satz, den Sie selbst zu Ende gebracht haben, ist auf einer Karte immer besser als ein fremder, der perfekt sitzt. Mehr dazu unter Über uns.