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Kartenworte

Sprüche nach Anlass

Zehn Anlässe, an denen man in Deutschland eine Karte schreibt — und was darauf stehen kann.

200 Texte in diesem Bereich, verteilt auf 10 Seiten.

Ein Anlass ist mehr als ein Datum: Er legt fest, was gesagt werden darf und was nicht. Auf einer Geburtstagskarte darf man etwas versprechen; auf einer Trauerkarte darf man das auf keinen Fall. Zu einer Konfirmation schreibt man einem Vierzehnjährigen, zur Taufe den Eltern eines Säuglings, obwohl auf beiden Karten das Kind steht. Deshalb ist diese Seite nach Anlässen sortiert und nicht nach Stimmungen — die Stimmung ist die zweite Frage, nicht die erste.

Die zehn Anlässe hier sind nicht geraten. Wir haben gemessen, wonach in Deutschland tatsächlich gesucht wird, und zwar zweimal mit unterschiedlichen Verfahren, weil ein einzelnes Verfahren bei deutschen Wörtern systematisch danebengreifen kann. Deutsch setzt seine Zusammensetzungen zusammen: Wer nach einem Wort wie «Sprüche» sucht und die Vorschläge weiterverfolgt, findet nie «Ostersprüche», weil das ein einziges Wort ist und kein Zusatz. Wir haben die zusammengesetzten Formen deshalb einzeln nachgeschlagen — und dabei ganze Anlässe gefunden, die im ersten Durchgang gar nicht vorkamen.

Am größten ist mit Abstand die Trauer. Das überrascht Menschen, die noch nie eine Trauerkarte schreiben mussten, und niemanden, der es schon getan hat: Es gibt keinen anderen Anlass, bei dem so viele Leute so sicher sind, dass sie die richtigen Worte nicht finden. Die Trauer-Seite ist deshalb die sorgfältigste auf dieser Website und die einzige, auf der wir eine ausdrückliche Regel für uns selbst aufgeschrieben haben.

Bei drei kirchlichen Anlässen — Taufe, Konfirmation und Erstkommunion — finden Sie hier etwas nicht, das anderswo selbstverständlich ist: Bibelverse. Der Grund ist nüchtern. Die deutschen Bibelübersetzungen, aus denen üblicherweise zitiert wird, sind eigenständige Werke mit lebenden Rechteinhabern, ganz gleich wie alt der zugrunde liegende Text ist. Wer sie abdruckt, tut das entweder mit Lizenz oder ohne. Wir tun es gar nicht und schreiben stattdessen eigene Texte im passenden Ton.

Auf jeder Anlass-Seite steht, wie viele Texte dort stehen, in welchen Formen sie geschrieben sind und in welchem Ton. Die Anzahl wird dabei aus der Liste selbst berechnet und nicht in den Text geschrieben — sonst stünde dort eines Tages eine Zahl, die nicht mehr stimmt, und niemand würde es merken.

Was auf diesen Seiten bewusst fehlt, ist ebenso wichtig wie das, was darauf steht. Es gibt hier keine Seite zur Hochzeit, obwohl danach viel gesucht wird: Die Nachfrage ist da, aber die Suchergebnisse dazu werden von Google inzwischen mit einer automatisch erzeugten Antwort überschrieben, und eine Seite, die niemand erreicht, hilft niemandem. Es gibt auch keine Seite zu Ostern jenseits der kleinen, die es gibt, und keine zu Muttertag oder Halloween — nicht weil dort nichts gesucht würde, sondern weil wir zuerst die Anlässe geschrieben haben, bei denen eine sorgfältige kleine Sammlung tatsächlich gefunden werden kann.

Zur Reihenfolge auf dieser Seite: Sie folgt der gemessenen Nachfrage und nicht dem Kalender. Deshalb steht die Trauer oben und Ostern unten, obwohl ein Jahr anders verläuft. Wer eine Karte für einen bestimmten Tag sucht, findet sie über die Liste; wer nur schaut, was es hier gibt, sieht zuerst das, was am meisten gebraucht wird. Beide Wege führen auf dieselben Seiten, und keiner von beiden ist nach Wichtigkeit sortiert — ein Anlass ist nicht wichtiger, weil mehr Menschen ihn suchen.

Jeder Text auf dieser Seite wurde für diese Seite geschrieben. Nichts davon ist aus einem Buch, von einer anderen Website oder aus einer Zitatesammlung übernommen, und unter keinem Text steht ein berühmter Name. Das ist eine bewusste Entscheidung: Sprüche mit Autorennamen kursieren im deutschsprachigen Netz zu Tausenden, oft falsch zugeordnet und fast immer ohne Quelle — und wo die Zuordnung stimmt, ist die deutsche Übersetzung häufig selbst noch geschützt. Wir schreiben lieber selbst und sagen dazu, dass wir es tun.